Wildbienenprojekt (Schleswig-Holstein) 

 

Für unser erstes großes Projekt in 2024 haben wir die Möglichkeit erhalten, auf einer größeren Photovoltaikanlage in Schleswig-Holstein eine Naturschutz-Ausgleichsfläche anzulegen. Gewünscht wurde die Konzepterstellung für das Anlegen von Futterflächen und Nisthilfen für Wildbienen (bzw. sog. Stechimmen) und deren Errichtung. Die Umsetzung sollte auf nicht genutzten Flächen der Anlage erfolgen. 

Dem Betreiber war vor allem wichtig, dass die allgemeinen Betriebs- und Pflegemaßnahmen der Anlage durch die Ausgleichsflächen nicht gestört werden. Sprich: Fahrwege müssen zum Befahren und Mähen frei bleiben, die flächendeckende Kameraüberwachung muss weiter möglich und der Zaun für Wartungsarbeiten zugänglich sein. 

Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben und den örtlichen Gegebenheiten, ergab sich ein schönes Projekt für uns, bestehend aus folgenden Punkten: 

Foto einer großen Wildbienen-Nisthilfe, die mit Reet, angebohrtem Holz und Lehm gefüllt ist

1. Anlegen von Blühflächen

Insgesamt wurden auf dem Areal vier große Blühflächen angelegt, auf denen eine regionale, auf den Boden angepasste Wildblumenwiese angesät wurde. Die Ansaat besteht aus im norddeutschen Raum heimischen Gräsern, Blumen und Kräutern, welche in ihrer Zusammenstellung sowohl eine Nahrungsquelle über die gesamte Flugperiode der Bienen bereitstellt, als auch die Anforderungen an den Betrieb einer Photovoltaikanlage berücksichtigen (Aufwuchs nicht höher als ca. 50 cm).
Zusätzlich wurden insgesamt ca. 180 mehrjährigen Staudenpflanzen gesetzt. Die Staudenpflanzen erfüllen dieselben Kriterien, wobei wir – sehr stolz – erwähnen wollen, dass wir 6 gefährdete, 2 stark gefährdete und 2 vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten als Nachzucht erwerben und anpflanzen konnten.

Die Gesamtfläche für diese Maßnahme beträgt ca. 650m², aufgeteilt auf drei ebene Flächen und einen Erdwall. Alle liegen in räumlicher Nähe um die Nisthilfen, um eine geeignet Einheit bilden zu können. 

Ein Bagger hat auf einem langen Streifen die Grasnabe entfernt und den Boden freigelegt.
Mann mit Messrad neben einem ca. 1,50 m hohen bewachsenen Wall. Im Hintergrund ist eine Windkraftanlage und eine Solaranlage
Zwei Personen drücken gemeinsam mit einer schweren Handwalze das Saatgut auf einem Erdwall fest
Frau Streut Saatgut auf die vorbereiteten Flächen für die Bienenweide.

2. Anlegen einer Sandfläche 

 Zwischen zwei der Blühstreifen ist eine ca. 60 m² große Sandfläche entstanden, die aus einer stark strukturierten ca. 30 cm dicken Sandschichten (Füllsand, ungewaschen und ungesiebt) besteht. Sie dient zum einen für bodennistende Insekten als Brut- und Nistfläche und zum andere zur Gefiederpflege der Feldlerche, welche gemäß eines früheren Umweltgutachtens vor Ort ansässig ist. 

Man sieht die Beine eines Mannes, der den Rand einer Sandfläche abschreitet und so befestigt
Mann setzt einen Holzgefüllten Kunststoffkasten in das Gestell der Nishilfe.  Im Hintergrund ist eine Solaranlage.
Blick über eine leere Erdfläche. Im Vordergrund ist ein Markierungspfosten, im Hiuntergrund eine Nisthilfe und ein Schuppen.
Mann prüft mit einer Wasserwaage, ob die Begrenzungssteine einer Sandfläche gerade sind. Im Hintergrund sind Solarmodultische

3. Errichtung von Nisthilfen für Wildbienen und weitere Insekten 

 

Ergänzend zu den Blüh- und Sandflächen wurden vier große Nisthilfen an verschiedenen Stellen in der Nähe der Blühflächen errichtet. Es handelt sich bei den Nisthilfen um eine modulare, verkleidete Metallkonstruktion, die mit jeweils 9 nicht ausgasenden, UV-beständigen Kunststoff-Boxen bestückt wird. Eingesetzt wurden Boxen mit Reet-/Schilfbefüllung, angebohrtem abgelagertem Laubholz sowie einige Lehm- und Totholzboxen. 
Die Befüllung der einzelnen Boxen ist flexibel und für Wartung und Pflege können diese leicht herausgenommen und ausgetauscht werden. So können die Nisthilfen gegebenenfalls an die Entwicklung der Flächen angepasst werden, falls sich z.B. herausstellt, dass die Lehmboxen gar nicht besiedelt werden. Ein weiterer Vorteil der verwendeten Materialien sind Haltbarkeit und Witterungsbeständigkeit, wodurch die Nisthilfen kaum bzw. nur sehr wenig Wartung und Pflege benötigen. 

Durch die spezielle Bauart der Nisthilfen war es uns möglich, alles zu Hause in unserer Werkstatt vorzubereiten, um es dann einfach und platzsparend zum Einsatzort transportieren zu können. 


Nahaufnahme einer gelben Futterpflanze für Wildbienen
Blühende Pflanzen vor einer Reihe Solarmodule.
Aufnahme einer mit grünen Trapezblechen verkleideten Wildbienennisthilfe von der Seite. Im Hintergrund ist eine Sandfläche
Nisthilfe, im HIntergrund ist eine Photovoltaikanlage hinter einem Zaun

Nach Planung des Projektes in 2023 haben wir dieses in diesem Jahr umgesetzt. Dabei wurden wir von den ortsansässigen Firmen Hornecker GmbH als Erdbauer und der Gärtnerei BlütenMeer GmbH unterstützt. 

Unverzichtbare Hilfe haben wir außerdem von unseren freiwilligen Helfern Elmar, Felix, Markus, Sönke und Tim bekommen. 

Ihr wart großartig und ohne euch wäre es nicht gegangen. Vielen Dank!

Foto der freiwilligen Helfer
Foto der weiteren freiwilligen Helfen