Umweltschutz im Alltag
Natur-, Umwelt-, Klima- und Tierschutz gehen jeden an. Und jeder von uns kann mithelfen, die Welt ein bisschen besser zu machen.
Wir wollen nicht belehren, sondern ein paar Anregungen geben. Setzt um, was ihr wollt und könnt und lasst sein, was bei euch nicht geht oder reinpasst.
Bienen und Blumen brauchen deine Hilfe
Dass sogenannte Schottergärten ökologisch gesehen nicht gerade das Gelbe vom Ei sind, ist im Bewusstsein vieler Menschen inzwischen angekommen. Dass per Mähroboter auf 4 cm gehaltene Rasenflächen mit Kirschlorbeer- oder Buchsbaumumrandung ähnlich wenig für die Artenvielfalt tun, leider noch nicht. Dabei liegt der Schlüssel zum ökologisch sinnvollen Bienen- und Schmetterlingsparadies gar nicht darin, mehr zu tun, sondern einfach ein bisschen weniger.
- Sorge für Pflanzenvielfalt in deinem Garten und auf deinem Balkon. Viele Supermärkte oder Baumärkte bieten mittlerweile explizit ausgewiesene Bienenfutterpflanzen an. Ein großer Teil der Bienenstauden sind auch winterhart und mehrjährig, so dass du nach dem Einpflanzen fast nichts mehr damit tun musst.
- Nutzt Saatgut für Bienenwiesen: Diese einfach aussähen und dann beim Mähen mehrere Blühstreifen oder -flächen stehen lassen und voila - schon hast du dir Rasenmähzeit erspart und gleich auch etwas für die Rettung der Bienen getan.
- Sei ein bisschen fauler und lass beim Jäten ein paar "Unkräuter" stehen. Wusstest Du, dass über 50 verschiedene Schmetterlingsarten ihre Eier an Brennnesseln ablegen? Also lass doch einfach ein paar Brennnesseln in einer Ecke stehen, wo sie nicht stören.
- Auch mit wenig Platz kannst du viel erreichen. Für ein 1-2 cm langes Insekt, kann ein bunt bepflanzter Balkonkasten oder größerer Blumenkübel ein ganzer Garten sein.
- Bienen sind üblicherweise von März bis Oktober aktiv. Wenn möglich, bepflanze deinen Garten so, dass in diesem Zeitraum immer irgendetwas blüht, so dass die Biene auch über die gesamte Zeit ein Futterangebot findet.
- Stelle Nisthilfen für Bienen oder z.B. Hummelnistkästen auf.
- Wegen der teilweise sehr hohen Temperaturen im Sommer ist das Aufstellen einer Insektentränke sinnvoll.
- Lass bitte die Finger von Insektiziden und Unkrautvernichtern und schau, dass du das Problem anders in den Griff bekommst. Im Internet gibt es z.B. eine Vielzahl an Nematoden zu bestellen, die dir helfen können, deinen Garten auf natürlichem Weg schädlingsfrei zu bekommen. Und bedenke: nicht jeder "Schädling" ist wirklich schädlich.
- Ganz wichtig: bitte nutze torffreie Erde für deine Blumenkübel und Balkonkästen, denn beim Abbau des Torfes wird viel CO2 freigesetzt und die Lebensräume zahlreicher Pflanzen und Insekten zerstört.
Konsum und seine Konsequenzen
Warum müssen wir überhaupt etwas machen, ist eine häufig gestellte Frage. Um es ganz kurz auf den Punkt zu bringen: in Deutschland leben ca. 1 % der Weltbevölkerung, wir sind aber für 2 % des jährlichen weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Der Erdüberlastungstag für Deutschland war in 2025 bereits am 3. Mai, was bedeutet, dass wir bereits knapp 8 Monate vor Jahresende die uns rechnerisch zustehenden Ressourcen der Erde für 2025 verbraucht haben. Wir alle leben über unsere Verhältnisse - und das schon lange.
Der größte Posten, nämlich gut ein Drittel unserer CO2-Produktion, geht auf "sonstigen Konsum" zurück (Quelle: Bundesumweltamt), also alle notwendigen und vielleicht auch mal nicht so notwendigen Anschaffungen des Alltags. Hier verbirgt sich ein großes Einsparungspotential.
- Vermeidet unnötige Anschaffungen - das neue Handy alle 2 Jahre (weil's halt schick ist), (un-)praktische Küchenhelfer, saisonale Dekoartikel oder das 30ste T-Shirt. All diese Dinge verbrauchen sehr viele Rohstoffe, Wasser und Energie. Und am Ende liegen sie dann oft nur unnötig in der hintersten Ecke des Schranks, nehmen Platz weg oder werden sogar ungenutzt weggeworfen. Schaut daher einmal selbstkritisch auf euer vergangenes Kaufverhalten, wie viel von dem, was ihr bisher so angeschafft habt, ihr wirklich nutzt und gebrauchen konntet und passt euer aktuelles Kaufverhalten darauf an. Das schont die Umwelt und euren Geldbeutel.
- Leiht euch Dinge, die ihr nur einmal benutzen werdet oder von denen ihr unsicher seid, ob ihr sie wirklich gebrauchen könnt. Zum Beispiel verleihen viele Baumärkte diverse Werkzeuge und ehe ihr euch z.B. eine Eismaschine, einen Entsafter oder eine Brotbackmaschine anschafft, fragt doch mal im Freundeskreis, ob jemand sowas stehen hat und es euch zum Testen ausborgen würde.
- Wenn möglich, repariert eure Sachen, statt sie einfach wegzuwerfen.
- Kauft auch mal Second Hand und verkauft oder verschenkt Dinge, die ihr nicht mehr braucht. Neben diversen Internetportalen zum Verkauf wie z.B. ebay, gibt es auch so etwas wie lokale Kleidertauschpartys oder Buchtauschbörsen. Oder organisiert sowas selbst im Freundeskreis, wenn ihr in eurer Region kein solches Angebot findet.
- Kurze Lieferwege sind ressourcensparender, also kauft lieber regional. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Konsumgüter (Stichwort: billige Importe aus Fernost vermeiden).
- Nutzt, was ihr habt. Einen noch brauchbaren Gegenstand wegzuwerfen und durch einen bio-produzierten zu ersetzten ist (in fast allen Fällen) ökologisch nicht sinnvoll. Denn oft entsteht der größte Teil der klimaschädlichen Emissionen eines Gegenstandes (z.B. eines Elektrogeräts) durch seine Herstellung und nicht während seiner Nutzung. Wenn ein Gegenstand kaputt ist, könnt ihr ihn durch einen ökologisch besseren ersetzen.
Da geht noch mehr
Weitere 19 % unseres CO2-Verbrauchs entstehen durch unser Mobilitätsverhalten, weitere 15 % im Bereich Ernährung. Auch hier gibt es eine Menge von Ansatzpunkten um die persönliche CO2-Bilanz zu verbessern.
- Mit dem Flugzeug mal eben übers Wochenende zum Shopping oder für ein Konzert nach Paris oder London? Im Sommer nach Mallorca und im Winter dann nochmal - weil es doch so schön günstig ist - noch mal auf die Malediven? Macht viel Spaß, ist ökologisch gesehen aber leider eine Katastrophe. Denn Fliegen ist nun einmal die klimaschädlichste Art und Weise sich fortzubewegen. Ein Bespiel: Ein Flug von Frankfurt/Main nach Hurghada erzeugt pro Person so viel CO2 wie 6000 KM Autofahrt in einem durchschnittlichen PKW (Quelle: Bundesumweltamt). Also schaut doch einmal, ob nicht auch ein anderes, näheres Reiseziel oder ein anderes Verkehrsmittel in Frage kommt. Vieleicht müssen es ja nicht zwei Flugreisen im Jahr sein, auch in Deutschland finden sich sehr schöne Ecken.
- Falls ihr regelmäßig Auto fahrt, betrachtet einmal kritisch wann und wofür ihr das Auto benutzt und ob es unnötige Fahrten gibt.
- Legt ein paar Vorräte an, schreibt einen Einkaufszettel und macht statt mehreren kleinen Einkäufen in der Woche lieber nur einen großen.
- Bildet Fahrgemeinschaften mit anderen Eltern, wenn eure Kinder regelmäßig zu Hobbies oder Sportkursen gefahren werden müssen.
- Ideal ist es natürlich, wenn ihr einen Teil eurer Fahrten statt mit dem Auto mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad erledigen könnt.
- Wenn du kein eigenes Fahrrad hast und erst mal auch kein Geld investieren möchtest, schau doch mal, ob bei dir in der Nähe ein Fahrradverleih wie z.B. Stadtrad zu finden ist. So kannst du ganz in Ruhe ausprobieren, ob sich für dich ein Fahrrad lohnt.
- Und nun geht es auch noch um die Wurst: denn wer ganz oder zumindest hin und wieder auf tierische Lebensmittel verzichtet, spart damit CO2 und tut damit der Umwelt etwas Gutes. Schaut doch mal, welche vegetarischen Rezepte ihr eh schon regelmäßig kocht und erweitert dieses Repertoire.
- Übrigens: vegetarische Ernährung ist keine moderne Erfindung, auch wenn es manchmal so dargestellt wird. Überlegt doch mal, was es früher bei euch, euren Eltern oder Großeltern an vegetarischen Gerichten gab die ihr als Kind geliebt habt und macht ein revival-Kochen draus: Senfeier, Kartoffelpuffer mit Apfelmus, Milchnudeln, Gemüsesuppe, gestovte Kartoffeln (in einigen Regionen Bechamelkartoffeln genannt), Nudeln mit Tomatensauce, Grießklöschensuppe, Pfannkuchensuppe, Käsespätzle, Kaiserschmarrn, Germknödel (oder Dampfnudeln)....bestimmt fällt euch noch viel mehr ein.
- Ist das alles? Nein, natürlich nicht. Eine vollständige Liste aller Möglichkeiten, die Natur im Alltag zu schützen, würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Wie schon geschrieben, wollen wir einfach nur Anregungen geben. Also macht mit, denkt euch was aus, findet EUREN Weg, wie ihr den Umweltschutz am besten in euren Alltag integriert.
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